Informelle Kunst in Frankfurt: Eine Kunstführung der besonderen Art

Auch großformatige Bilder konnten aus der Nähe betrachtet werden

Eine besondere Veranstaltung für alle Kunstinteressierten hat die Regionalgruppe Mitte im September für ihre Mitglieder organisiert.

Die Evonik Industries AG hat an ihrem Standort Hanau-Wolfgang die Türen für uns geöffnet und einen spannenden Einblick in ihre Kunstsammlung gewährt. Im Fokus dieses teils kunsthistorisch bedeutenden Bestandes stehen ausgewählte Werke der Informellen Kunst, eine Kunstrichtung, die – wie wir lernen konnten – in Frankfurt ihre Geburtsstunde erlebte. Im künstlerischen Diskurs mit den Empfindungen der Nachkriegszeit schufen ihre hiesigen Vertreter dabei teils richtungsweisende Werke für ihre Zeit. Mit aufmerksamem Blick und offenen Ohren folgten die TeilnehmerInnen den kundigen und kurzweiligen Ausführungen unserer Gastgeberin und Kuratorin der Sammlung, Birgitta Janke.

Vor allem die Schilderungen zur Pionierarbeit von Klaus Franck, dem Gründer der sogenannten Zimmergalerie in Frankfurt, lokaler Treffpunkt und oftmals erster Ausstellungsort für die Frankfurter Künstler der Informellen Kunst in einem nachkriegsgebeutelten Deutschland überhaupt, stießen dabei auch auf reges Interesse. Sein außergewöhnliches Engagement in der Förderung der künstlerischen Avantgarde ab 1949 konnte entlang ausgewählter Werke aus seinen Gästebüchern anschaulich verfolgt werden. Daneben konnten die TeilnehmerInnen aber auch Werke von Städelschülern und -lehrern aus den 1980er Jahren hautnah erleben. So ist es nicht verwunderlich, dass während der Führung und beim anschließenden Get together die vielen Eindrücke in einem lebhaften Austausch weiter vertieft wurden. Am Ende des unterhaltsamen und informativen Abends hat so manche/r Teilnehmer/in mit einem frischen Blick auf die Frankfurter Kunstszene den Weg nach Hause angetreten. Wir bedanken uns bei Evonik für den freundlichen Empfang und die packende Veranstaltung!

Die Führung war so kundig wie kurzweilig

Nancy Luthardt

Bildquellen: © Nancy Luthardt