RG Düsseldorf – Kulturveranstaltung: Ausstellung „Max Liebermann – Ein europäischer Künstler“

© Dirk Poppen

Im Rahmen ihrer Reihe „Kulturprogramme“ bietet die Regionalgruppe Düsseldorf ihren Mitgliedern regelmäßig gemeinsame Museums- und Ausstellungsbesuche an. Die Mitglieder der Regionalgruppe Düsseldorf zeigen regelmäßig ein großes Interesse daran. Veranstaltungen sind meist schnell ausgebucht. Selbst bei Kenntnis der Künstler helfen die kunsthistorischen Erläuterungen zusammen mit der gezielten Auswahl einzelner Werke beim Verständnis und der Einordnungen der meist sehr unterschiedlichen Lebensläufe der Künstler.

Außerdem lernen sich die Mitglieder kennen. Einige treffen sich auch immer wieder bei den verschiedenen Veranstaltungen der RG Düsseldorf.

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In diesem Fall war die angebotene Führung besonders schnell belegt, da lediglich 12 Teilnehmer zugelassen wurden. Am 8. Mai 2022 konnte der Vorstand der Regionalgruppe Düsseldorf Dirk Poppen teils bekannte, teils neue Gesichter im Kunstpalast in Düsseldorf zur Ausstellung „Max Liebermann – Ein europäischer Künstler“ begrüßen.

Das Interesse galt dem am 20. Juli 1847 in Berlin und ebenda am 8. Februar 1935 gestorben Max Liebermann. In seinen 87 Lebensjahren ist er viel in Europa gereist, war über 40 Jahre regelmäßig in den Niederlanden sowie u.a. in Frankreich, England und natürlich in Italien. Er hat die unterschiedlichen künstlerischen Entwicklungen in Europa in seine Werke aufgenommen und weiterverarbeitet.

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Die Ausstellung zeigte mit rund 120 Gemälden einen Ausschnitt aus dem breiten Schaffen von Max Liebermann, von seinen Frühwerken ab etwa 1870 bis kurz vor seinem Tod. Die Kunstvermittlerin Nicole Obersohl vermittelte den 12 Teilnehmern besonders die Entwicklung des Künstlers aus der Tradition des damals gerade noch aktuellen und stark von Rembrandt beeinflussten typische dunklen Malerei des 17 Jahrhunderts mit betonten Lichteffekten hin zum lichtdurchfluteten Impressionismus um 1900. Die Motivauswahl von nicht-beschönigenden Alltagsleben der arbeitenden Menschen wurde gerade in der Anfangszeit von Liebermann sehr stark vorangetrieben und erzeugte in der Kunstwelt aber auch in Politik und Gesellschaft erhebliche Widerstände. In späteren Jahren kamen andere Motive dazu, wie ungezwungene Strandszenen oder Sportmalerei insbesondere zum Pferdesport.

Diese Entwicklung von Liebermann wird immer wieder mit Werken von Künstlern aus der jeweiligen Zeit verglichen, so mit Bildern von Vincent van Gogh, Claude Monet, Jean-François Millet, Frans Hals und eben Rembrandt verglichen. Die Auswahl der Bilder machte deutlich, wie sich Liebermann mit den Künstlern seiner Zeit in Europa ausgetauscht hatte und zeigte ebenfalls wie seine Entwicklung durch die Auseinandersetzung mit den durchaus unterschiedlichen künstlerischen Entwicklungen in verschiedenen europäischen Ländern bedingt war.

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Wenngleich die damaligen Künstlermetropolen Paris sowie nicht weit entfernt davon Barbizon, sowie Amsterdam, Venedig oder auch München die wichtigsten Einflussgeber waren, spielte auch Düsseldorf dabei eine wichtige Rolle. Dem Einfluss Liebermanns auf die Düsseldorfer Kunstszene wurde ein eigener Raum gewidmet.

Langjähriger Lebens- und Schaffensmittelpunkt von Liebermann war Berlin, dass sich in der Zeit zu einem maßgebenden europäischen Künstlerzentrum entwickelte, an dem Liebermann selbst einen großen Anteil hatte. Er war langjähriger Präsident des am 5. Februar 1892 gegründeten Vereinigung der XI, in der sich 11 Künstler zusammenschlossen, die später in die Secessionsbewegung überging, die in Opposition zur konservativen Malerschule der Akademie trat.

Neben dem künstlerischen Wirken, wies Frau Obersohl auch auf die damaligen und teilweise auch heute noch aktuellen Lebensumstände des aus gut betuchter jüdischer Familie stammenden Liebermann hin. Am Ende seine Leben erlebte er noch das Aufkommen des Nazi-Antisemitismus und zog sich auf seinem Villengrundstück am Berliner Wannsee enttäuscht zurück. Hier entstanden sehr viele Bilder aus einem von ihm selbst gestalteten Garten, von denen auch einige in der der Ausstellung zu sehen waren.

Der RG-Vorstand Dirk Poppen dankte, unterstützt vom Applaus der Teilnehmer, Fr. Obersohl  für ihre informative und gut nachvollziehbare Führung. Alle genossen es, sich nach den Corona-Einschränkungen wieder persönlich zu einer Präsenzveranstaltung gesehen zu haben.

DP

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