DFK zieht nach den ersten 100 Tagen der Bundesregierung im Amt eine durchwachsene Bilanz und fordert weitere arbeitsmarktpolitische Maßnahmen

Nils Schmidt
DFK – Verband für Fach- und Führungskräfte
Vorstand

Die neu gewählte Bundesregierung ist seit 100 Tagen im Amt. Der DFK zieht eine durchwachsene Bilanz.

Positiv bewertet der 1918 gegründete Berufsverband für Fach- und Führungskräfte vor allem den erkennbar starken Willen der Bundesregierung Maßnahmen und Gesetzesvorhaben schnell(er) umzusetzen.

Mit den 500 Mrd. Euro Sondervermögen für Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Klimaneutralität u.v.m. sowie einem zusätzlichen Etat für Verteidigung wurde noch vor der eigentlichen Regierungsbildung ein Grundstein gelegt.

Der DFK begrüßt ausdrücklich Maßnahmen, die den Wirtschaftsstandort Deutschland sowie dessen Wettbewerbsfähigkeit stärken, wie etwa das Gesetz für ein steuerliches Investitionssofortprogramm, welches u.a. eine höhere und schnellere Abschreibung, die schrittweise Senkung der Körperschaftssteuer ab 2028 und den Ausbau der Forschungszulage vorsieht.

Es bleibt jedoch abzuwarten, ob dieser „Wachstumsbooster“ tatsächlich die notwendigen Effekte erzielt.

Das gerade verabschiedete „Rentenpaket 2025“ soll das Rentenniveau von 48 Prozent bis 2031 wahren.

Gleichzeitig wird mit der sog. Mütterrente III für Mütter von Kindern, die vor 1992 geboren sind, eine Gleichstellung und Anerkennung von Kindererziehungszeiten bis zu drei Jahren vollzogen. Die Finanzierung erfolgt durch den Bundeshaushalt und voraussichtlich über eine Beitragserhöhung zur Rentenversicherung auf 18,8 Prozent ab 2027.

„Der Generationenkonflikt wird durch solche Zugeständnisse an Rentenempfänger nur weiter geschürt.“, kritisiert DFK-Vorstand Nils Schmidt. „Wir brauchen eine starke und wettbewerbsfähige Wirtschaft. Daher sehen wir die Erhöhung der Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung äußerst kritisch, denn die ohnehin hohen Personalkosten werden damit weiter steigen und die Abwanderung von Unternehmen und Arbeitsplätzen ins Ausland mit geringeren Personalkosten dadurch forciert“, so Schmidt weiter.

Aber auch für Arbeitnehmende bedeuten die erhöhten Kosten neben dem Inflations- und Kaufkraftverlust weniger Netto und damit zusätzliche finanzielle Belastungen.

Weitere wichtige Gesetzesvorhaben zum Bürokratieabbau, zur Stärkung und höheren Portabilität der betrieblichen Altersversorgung oder Änderungen des Arbeitszeitgesetzes lassen bisher noch auf sich warten.

Aus Sicht des DFK braucht gerade das Arbeitszeitgesetz dringend ein Update, ausgerichtet an längst bestehende betriebliche Abläufe, globale Gegebenheiten und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mahnt Nils Schmidt.

Die hohe Teilzeitquote von berufstätigen Frauen und die für sie damit verbundenen finanziellen Nachteile betrachtet der DFK ebenfalls mit Sorge, vor allem auch später bei der gesetzlichen und betrieblichen Rente.

Daher fordert der DFK eine stärkere Erwerbsbeteiligung von Frauen u.a. durch Ausbau und Sicherstellung einer bundesweiten bedarfsgerechten Kinderbetreuung. Politik wie Arbeitgeber müssen zudem größere Anreize schaffen, die eine gerechte partnerschaftliche Familienarbeit sowohl für Männer und Frauen ermöglichen und zu lange Teilzeit- oder Auszeiten vermeiden.

Der DFK wird daher auch die zukünftigen Vorhaben der Bundesregierung sehr genau prüfen, begleiten und sich hierzu weiter einbringen.

Die Pressemitteilung als Download:
2025_08_14_PM_DFK.pdf

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