Die Münchner Museumstage im Winter 2024

© Thilo Bartsch

In diesem Jahr waren zwei Ausstellungen im Programm der RG Süd, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Die Zusammenarbeit der beiden Künstler „Andy Warhol/Keith Haring: Party of Life“ sowie „Jugendstil in München“. Gespannt warten wir auf die Ausführungen unserer Expertin.

Im November ging es zunächst zu Andy Warhol und Keith Haring. Die Unterschiede – nicht nur im Alter – werden schon im Eingangsbereich sichtbar: Der eine liebt die Fotografie, der andere die Malerei. Das zeigen eindrucksvoll die beiden Selbstporträts. Im Rahmen der Führung wird nachvollziehbar, wie sich im Laufe der Jahre des Zusammenarbeitens der beiden Künstler im New York der 1980er-Jahre das Motto „Party of Life“ darstellt.

Beide Künstler prägten Leben, Lieben und auch Kunstverständnis in dieser Stadt und führten dort ein bewegtes und extrovertiertes Leben. Anhand der Vielzahl der Ausstellungsgegenstände wird deutlich, wie beide die Szene in New York sehr stark beeinflusst haben und wie sich die beiden Künstler dabei mit den Möglichkeiten auseinandersetzen, die neue Medien boten.

Als Beispiele: Alles und jeder wurde porträtiert. Mit seinen Sofortbildkameras hielt er das Geschehen um ihn herum fest, aber auch Autos bemalte er und drehte teilweise stundenlange Filme. Sein Schaffenswerk ist enorm.

Keith malte zunächst. Die nicht mit Werbeplakaten beklebten freien Plakatwände der New Yorker U-Bahn wurden mit schwarzem Papier bespannt und mit Kreide bemalt. Mit einfachen Bildern wollte er seine Botschaften senden. In den Folgejahren wurden seine Bilder auch bunt.

© Thilo Bartsch

Später eröffnet Keith unter anderem den „Pop Shop“ für den Verkauf erschwinglicher Kunstobjekte. Auch hiervon konnten wir uns ein Bild machen.
Der Hinweis des Museums ist nach dem Besuch der Ausstellung nur zu bestätigen:

„Warhols und Harings Werke entstanden in einer Zeit extremer gesellschaftspolitischer Umbrüche und sind heute noch hochaktuell. In den Ausstellungsräumen wird die Auseinandersetzung beider Künstler mit exzessiver Konsumkultur und den Möglichkeiten der neuen Medien, mit Queerness, Atomkriegsängsten, der Aids-Epidemie und Aktivismus sowie mit dem Streben nach Gemeinschaft in Krisenzeiten erfahrbar.“

Im Dezember fand dann die Führung „Jugendstil in München“ statt. Ende des 19. Jahrhunderts wollen Kunstschaffende in München die Kunst verändern. Bei betuchten Münchnern kam zu dieser Zeit der Wunsch nach Neuem in den Wohnräumen auf. Geschaffen wurden zum Beispiel vom berühmten Richard Riemer-schmid neue Räume, dann folgten Porzellan, Möbel, Geschirr, Besteck und Gläser. Jugendstil war in aller Munde und wurde auch außerhalb von Wohnräumen geprägt. In der Ausstellung wird die Rolle Münchens als Wiege des Jugendstils in Deutschland dargestellt.

Wir freuen sich schon auf die kommenden Ausstel­lungsführungen.

Rudi Schmatz, Vorstand RG Süd

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