Führung, Fussball und EM-TALK

DFK zu Gast bei der SPVGG GREUTHER FÜRTH

Das Finale der UEFA-Europameisterschaft 2024 steht laut Sergio da Silva Pinto fest: „Deutschland wird gegen Portugal im Finale antreten, aber leider verlieren“, so der ehemalige Bundesligaprofi und jetzt Chef-scout bei der SpVgg Greuther Fürth bei seinem EM-Tipp zehn Tage vor dem Anstoß zur UEFA EURO 2024.

Der DFK – Verband für Fach- und Führungskräfte e.V. hatte am Dienstag, 4. Juni 2024, in die Räume der SpVgg Greuther Fürth zum EM-Talk eingeladen.

Organisiert hatte das Event der ehrenamtliche Vorstand der Regionalgruppe Nordbayern unter der Federführung von RG-Vorstandsmitglied Dirk Dombrowski. „Wenn ich die gesamte Veranstaltung im Nachgang betrachte, hat sich der enorme Aufwand im Vorfeld gelohnt“, sagte Dirk Dombrowski noch am Abend. Mit einem abwechslungs­reichen Programm und vor allem exklusiven und interes­santen Gästen drehte sich an diesem Dienstag alles um Führung und Fußball.

vlnr: Dirk Dombrowski, Alexander Smolarek, Sergio Pinto, Nils Schmidt

Als Talk-Gäste auf dem Panel waren Tobias C. Auer, der Direktor Stadionbetrieb der Spielvereinigung und Chef­coach der U23-Frauenmannschaft des Vereins, sowie Sergio da Silva Pinto, der ehemalige Bundesligaprofi (Schalke 04, Hannover 96, Fortuna Düsseldorf) und der­zeitiger Chefscout der „Kleeblätter“. Komplettiert wurde die Runde mit Alexander Smolareck, Senior HR-Projekt­manager der UEFA EURO 2024 GmbH.

Gemeinsam mit dem DFK-Vorstandsvorsitzenden Micha­el Krekels eröffnete Dirk Dombrowski das Event und ge­dachte der Opfer des Hochwassers in Süddeutschland.

Vor der ersten Talkrunde nutzte Michael Krekels die Ge­legenheit und stellte insbesondere den Nichtmitglie­dern unter den rund 40 Teilnehmenden den DFK und seine Leistungen vor.

Dombrowski, Krekels und Auer nahmen zur ersten Talk-runde Platz, in der Auer seine Philosophie in Bezug auf seine Arbeit mit der U23-Frauenmannschaft erläuterte, die aber auch für die gesamte SpVgg zutrifft. „Es kommt auf das Ziel an, nicht den Weg“, so Auer. „Eine gute Atmo­sphäre, in der sich alle wohl fühlen und dann auch Leis­tung bringen, ist wichtiger als starre Vorgaben.“ Bei der Spielvereinigung stehen die Menschen im Mittelpunkt. Dem Verein ist die richtige Förderung der Spielerinnen und Spieler wichtiger als die kurzfristige Motivation durch den Aufbau von Luftschlössern. So kam auch eine Kooperation mit dem FC Bayern München in Bezug auf die Frauenmannschaften beider Vereine zustande.

„Du kannst einem 14-jährigen Talent nicht die Jugend nehmen, in dem du ihm Hoffnungen auf eine Profi­karriere machst, von der man aber später nicht leben kann“, warnte die erfahrene Führungskraft der Klee­blätter. „Bei maximal vier Vereinen der 1. Bundesliga der Frauen ist dies überhaupt möglich“, so Auer weiter. Die SpVgg belässt daher die (weiblichen) Talente vor Ort in Nach einem Stadionrundgang, geleitet von Vizeprä­sident Jürgen Schmidt, und der obligatorischen Sta-dion-Currywurst (vegan und traditionell) startete die zweite Runde mit dem EM-Talk. Dirk Dombrowski und DFK-Vorstandsmitglied Nils Schmidt durften Sergio da Silva Pinto und Alexander Smolareck mit Fragen lö­chern. Alexander Smolareck berichtete von der „Week of Training“, die seitens der UEFA EURO 2024 GmbH durchgeführt wurde und von der er aus Frankfurt am Main angereist war.

Smolareck erzählte von den Simulationen des EURO-2024-Teams für alle erdenklichen Szenarien, die wäh­rend des Turniers auftreten könnten. So fand zum Bei­spiel an diesem Tag die „Week of Training“ auf dem DFB Campus in Frankfurt am Main statt.

Auch wenn das Team gerne ein weiteres Jahr Zeit ge­habt hätte (aufgrund der pandemiebedingten Verle­gung der EURO 2020 beträgt der Abstand zwischen den Meisterschaften nur drei, anstatt der üblichen vier Jahre), sei man völlig im Plan, so Smolareck. Da das Stadion in Düsseldorf einer von zehn Austragungsor­ten ist, hatte man sich zwar gewünscht, dass die For­tuna nicht in die Relegation muss, damit das Stadion rechtzeitig an die GmbH übergeben werden kann. Den­noch ist es gelungen, auch diesen Austragungsort EM-gerecht zu „neutralisieren“. „Schließlich darf es zum Beispiel keinen größeren Heimbereich als den Gäste­bereich geben. Insbesondere im Stadion des BVB wäre dies unfair, wenn die Fans der Heimmannschaft die Südtribüne bekommen würden, die Gäste aber nur den kleinen Gästebereich“, erläuterte Alexander Smolareck die Notwendigkeit der „Neutralisierung“ der Stadien.

Aufgrund der Weltmeisterschaft von 2006 mussten in Deutschland zumindest keine neuen Spielstätten gebaut werden. Ziel sei es, die nachhaltigste Europa­meisterschaft durchzuführen, die es bislang gegeben hat.

Im Anschluss berichtete Sergio da Silva Pinto über sei­ne Tätigkeit als Chefscout der Spielvereinigung. „ Um mir einen guten ersten Eindruck von einem Spieler machen zu können, muss ich ihn live im Stadion gese­hen haben“, sagt Pinto. „Wir können zwar leider keine Spitzengehälter zahlen. Dennoch sind wir für Talente attraktiv, da sich Spieler bei uns in einer familiären At­mosphäre entfalten können. Das beste Bespiel ist der ehemalige Fürth-Spieler David Raum, der mittlerweile einen Stammplatz in der Nationalmannschaft hat“, so Sergio Pinto.

Nach den Chancen der Nationalmannschaft Portugals gefragt, verweist der gebürtige Portugiese auf die ma­kellose Bilanz der Portugiesen bei der Qualifikation zur EM. „Die portugiesische Mannschaft wird ohne Cristia-no (Ronaldo) vielleicht noch gefährlicher werden“, gibt Pinto zu bedenken. „Deutschland wird gegen Portugal im Finale antreten, aber leider verlieren“, orakelte der ehemalige Bundesligaprofi mit einem Schmunzeln.

Nach vielen Fragen der angereisten Gäste aus dem Pub­likum wurde der offizielle Ball der Europameisterschaft mit den Unterschriften von Pinto, Auer und Smolareck unter den Teilnehmenden verlost. So konnte der Ge­winner des Balls an diesem Abend sogar zwei Bälle mit nach Hause nehmen, da sämtliche Anwesenden einen Fußball mit dem Logo des DFK erhielten.

„Aufgrund der Hochwasserlage in Süddeutschland und der Verkehrsbehinderungen erreichten uns noch kurzfristige Teilnehmerabsagen.“, resümiert Dr. Stefan Eisenhauer, der Vorsitzende des Regionalvorstandes. „Dennoch sind wir sehr zufrieden mit diesem tollen Event bei der Spielvereinigung Greuther Fürth.“

Michael Krekels und Nils Schmidt schlossen sich dem Statement Eisenhauers an und freuten sich bereits am Abend über neue Mitgliedergewinnungen.

Ein großer Dank gebührt auch dem tollen Team der SpVgg Greuther Fürth, das dem DFK ein herzliches und sehr persönliches Event beschert hat.

Nils Schmidt

Bildquellen: © DFK

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