
Orientierung für Führungskräfte in Zeiten des Wandels. Bei der gemeinsamen Veranstaltung „Leadership Navigator“ von BME und DFK in Nürnberg traf Arbeitsrecht auf Karriereberatung.
Unternehmen befinden sich zunehmend in dynamischen Transformationsprozessen. Fusionen, Betriebsübergänge, Restrukturierungen oder neue Vertragsmodelle verändern nicht nur Strukturen und Geschäftsstrategien, sondern auch die berufliche Realität von Führungskräften. Vor diesem Hintergrund eröffneten Markus Schatz (BME Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V., Region Nürnberg-Mittelfranken) und Dirk Dombrowski (DFK-Verband für Fach- und Führungskräfte e.V., Regionalgruppe Nordbayern) am 10. März 2026 im Averna Hotel in Nürnberg die Veranstaltung „Leadership Navigator“. Ziel des Abends war es, Führungskräften Orientierung und konkrete Handlungsperspektiven in solchen Veränderungssituationen zu geben.
Führungskräfte im Spannungsfeld unternehmerischer Veränderungen
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen zwei Szenarien, die sich in der Praxis häufig ergänzen: die rechtliche Einordnung arbeitsrechtlicher Entwicklungen und die strategische Betrachtung individueller Karriereentscheidungen. Christian Sachslehner, DFK-Fachanwalt für Arbeitsrecht, eröffnete den Abend mit einem Blick auf typische rechtliche Konstellationen, mit denen Führungskräfte in Veränderungsprozessen konfrontiert werden.

„Viele Führungskräfte unterschätzen, wie schnell sich ihre Ausgangssituation verändern kann“, erläuterte er in seinem Vortrag. Insbesondere bei Fusionen, Betriebsübergängen oder der Neuverhandlung von Arbeitsverträgen entstünden häufig Situationen, in denen rechtliche Rahmenbedingungen neu bewertet werden müssten. „Wer Rechte, Fristen und Optionen sauber sortiert, führt Gespräche souveräner und kann Veränderung wieder aktiv gestalten,“ so Christian Sachslehner weiter. Ein verbreiteter Irrtum betreffe etwa die Annahme, es bestehe grundsätzlich ein Anspruch auf eine Abfindung. In der Praxis sei dies jedoch keineswegs selbstverständlich. Vielmehr entstünden Abfindungsregelungen häufig erst im Kontext strategischer Verhandlungen.
Arbeitsrechtliche Realität: Wenn Annahmen auf Praxis treffen
Neben arbeitsrechtlichen Fragen thematisierte der Arbeitsrechtsexperte auch die Bedeutung einer frühzeitigen Vorbereitung. Führungskräfte seien gut beraten, Veränderungen nicht erst dann zu analysieren, wenn Entscheidungen bereits auf dem Tisch lägen. Vielmehr könne eine rechtzeitige Einordnung der eigenen Position helfen, Handlungsspielräume zu erkennen und Verhandlungen fundierter zu führen.
Im Anschluss daran erweiterte Frank Vernauer, Karriereberater von P4 Career Consultants mit langjähriger Erfahrung in der Begleitung von Führungskräften, den Blick auf die persönliche und strategische Dimension solcher Veränderungen. Aus seiner Beratungspraxis berichtete er, dass viele Führungskräfte in Umbruchphasen zunächst versuchen, Stabilität zu bewahren und bestehende Strukturen zu verteidigen. Gleichzeitig eröffneten gerade solche Situationen häufig neue berufliche Entwicklungen.
Karriere strategisch neu denken in Zeiten des Umbruchs

„Karriereentscheidungen entstehen selten unter idealen Bedingungen“, betonte er. Gerade in Zeiten organisatorischer Veränderungen könne es sinnvoll sein, die eigene berufliche Position neu zu reflektieren und mögliche Entwicklungsschritte bewusst zu planen. Dabei gehe es nicht nur um kurzfristige Entscheidungen, sondern auch um langfristige Perspektiven in einem zunehmend dynamischen Arbeitsmarkt für Führungskräfte. „In einem begleitenden Coaching öffnen wir den Blick für neue berufliche Entfaltungsmöglichkeiten. Gemeinsam sprechen wir über Stärken, Wünsche und Potenziale und darüber, was jetzt gestaltet werden kann. Dann bleibt man im Driver Seat“, resümierte Vernauer.
Ein zentrales Thema des Abends war daher die Frage, wie Führungskräfte Veränderungen aktiv gestalten können, anstatt lediglich auf Entwicklungen zu reagieren. Beide Referenten unterstrichen, dass fundierte Information, strategische Vorbereitung und gegebenenfalls externe Beratung entscheidende Faktoren sein können, um in komplexen Situationen handlungsfähig zu bleiben.
Die anschließende Diskussion zeigte deutlich, dass die Themen des Abends viele der anwesenden Führungskräfte unmittelbar betreffen. Fragen zu Vertragsänderungen, Verhandlungsstrategien oder möglichen Karriereoptionen wurden intensiv diskutiert. Gleichzeitig bot die Veranstaltung Raum für persönlichen Austausch und Vernetzung unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Dialog und Orientierung für zukünftige Veranstaltungen

Markus Schatz und Dirk Dombrowski zogen ein positives Fazit des Abends: „Der Leadership Navigator habe deutlich gemacht, wie groß der Bedarf an Orientierung und Austausch zu Fragen beruflicher Veränderungen sei. Gerade für Führungskräfte, die in ihren Organisationen häufig selbst Verantwortung für Transformationsprozesse tragen, sei eine fundierte Reflexion der eigenen Situation von besonderer Bedeutung“, fassten beide übereinstimmend den Abend zusammen.
Mit dem Format „Leadership Navigator“ soll dieser Dialog künftig fortgesetzt werden. Weitere Veranstaltungen sind bereits in Planung und sollen Führungskräften auch künftig eine Plattform bieten, um rechtliche, strategische und persönliche Perspektiven in Zeiten beruflicher Veränderungen gemeinsam zu beleuchten.