Backstage Führung durch die Alte Oper Frankfurt

Einige der Teilnehmer vor dem Haupteingang der Alten Oper

Die Regionalgruppe Hessen hat für den 4. Dezember eine zweistündige Führung durch die Alte Oper Frankfurt organisiert, mit anschließendem Umtrunk auf einem der Weihnachtsmärkte der Stadt. Die Veranstaltung war ausgebucht und gewährte den knapp 25 Teilnehmer:innen einen umfassenden Blick hinter die Kulissen dieses lebendigen Konzert- und Kongresshauses mit historischer Fassade, das jährlich mit über 450 Veranstaltungen fast eine halbe Million Besucher:innen anzieht.

Die Führung startete in einem der Foyers mit einer kurzen Zusammenfassung der Geschichte der Alten Oper, die anhand von Fotos illustriert wurde. Sechsundsiebzig wohlhabende Frankfurter Bürger ermöglichten 1869 durch Spenden den finanziellen Grundstock für den Bau der damals neuen Oper.  Der Berliner Architekt Richard Lucae erhielt den Auftrag, die Pläne für den Bau des Opernhauses zu erstellen. Wie so oft bei öffentlichen Bauten wurde das Budget letztendlich nicht eingehalten und der Magistrat zahlte am Ende ein Vielfaches des gestifteten Betrags für eines der schönsten Opernhäuser des Kontinents.
In der Nacht des 22. März 1944 fiel die Alte Oper einem Bombenangriff zum Opfer und brannte vollständig aus. Die Außenmauern sind jedoch erhalten geblieben. Nach dem Krieg erwog man den Abriss; jedoch wurde nach einer beispiellosen Welle der Unterstützung in allen Teilen der Bevölkerung und der Wirtschaft der Wiederaufbau beschlossen. Letztendlich entstand in der historischen Hülle der erhaltenen klassizistischen Außenarchitektur ein völlig neuer Kern, der den technischen Ansprüchen sowohl eines modernen Konzerthauses als auch eines Kongresszentrums entsprach.  Am 28. August 1981 wurde die Alte Oper wiedereröffnet.

Die eigentlich Führung startete im Mozart Saal, der mit 720 Sitzplätzen als Kammermusiksaal, aber auch für andere Konzerte sowie Lesungen und Kongresse genutzt wird. Die Größe der Bühne kann entsprechend den jeweiligen Anforderungen hydraulisch angepasst werden.
Danach wurde der große Saal besichtigt, der bei variabler Bestuhlung bis zu 2.430 Sitzplätze ermöglicht. Er kann auch komplett entstuhlt werden, z.B. für Bälle oder Bankettveranstaltungen.
Auffallend ist die große Konzertorgel mit 4842 Orgelpfeifen und 62 Registern – die größte Pfeife ist fünf Meter lang und die kleinste 10 Millimeter kurz. Neben einem fest in der Wand verbauten Spieltisch für reine Orgelkonzerte gibt es einen mobilen, der auf der Bühne stehend in ein Orchester integriert werden kann.
Die Bühne besteht aus sechs elektrisch angetriebene Podien, die einzeln in der Höhe variiert werden können. Das erste Podium kann zur Entstehung eines Orchestergrabens auch 3 Meter tief abgesenkt werden. In einem Nebenraum wurde das Pult des Inspizienten vorgestellt. Ausgestattet mit einer Galerie von Bildschirmen ist er/sie die Schnittstelle zwischen Technik und Orchester und zuständig für den reibungslosen Ablauf eines Konzerts. Das Fähigkeit des Lesens von Partituren ist dafür zwingend erforderlich.
Der Abschluss der Führung erlaubte den Teilnehmer:innen noch einen Blick in den klimatisierten Lagerraum für die großen Steinway & Sons Konzertflügel sowie eine der Einzelkabinen, in denen sich Solisten auf ihren Auftritt vorbereiten.

Wir danken der Alten Oper für die Gelegenheit, dieses beindruckende Gebäude zu besichtigen und ganz besonders unserem Tour Guide für seine kompetenten Erläuterungen und kurzweiligen Anekdoten.

Arnd Krüger

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