„I phil good“ – das war das Motto des Besuchs der Regionalgruppe Süd im Kulturareal Gasteig HP8 und bei der Besichtigung von Münchens modernsten Konzertsaal.


Der Gasteig ist Europas größtes Kulturzentrum. Kein Haus vereint in Europa so viele Kulturinstitute unter einem Dach. Auf dem Gasteig-HP8-Gelände im Stadtteil Sendling finden jährlich bis zu 2.000 Veranstaltungen statt, viele davon gratis. Es gibt einen großen Konzertsaal – die neue Isarphilharmonie Kultur Areal Gasteig HP und viele kleinere Veranstaltungsräume. Zusätzlich gibt es einen Kinosaal, eine öffentliche Bibliothek und gastronomische Angebote. Die Münchner Volkshochschule und die Hochschule für Musik und Theater sind ebenfalls am Standort angesiedelt.
Bei unserem Besuch starteten wir mit dem Herzstück des Neuen Gasteig HP8, nämlich mit der alten Trafohalle des Münchner Heizkraftwerks. HP8 steht für die Adresse: Hans-Preisinger-Straße 8. Die Halle E aus dem Jahr 1926 steht unter Denkmalschutz und wurde für die neue Nutzung als städtisches Kulturareal liebevoll restauriert und an moderne Anforderungen angepasst. Sie dient als Foyer für die Isarphilharmonie und ist multifunktional auch für Auftritte und Happenings geeignet.

Nicole Heinzel-Schelin, Kunsthistorikerin und Vorständin von Stattreisen München e.V., führte uns über das gesamte Gelände und erläuterte kenntnisreich die gelungene Mischung zwischen Industriedenkmal und den neu errichteten Gebäuden. Die (Um)Bauzeit betrug nur 18 Monate, und die Baukosten von 70 Millionen Euro für das gesamte Kulturareal – davon die Hälfte für die Isarphilharmonie – waren wirklich erstaunlich niedrig.
Auch bei den Themen Nachhaltigkeit und Funktionalität setzt der Gasteig HP8 neue Maßstäbe: Die Konzeption der Gebäude kommt aus dem Messebau. Die Bestandteile sind alle genormt, können gut ergänzt und ausgetauscht werden. Hinzu kommt, dass die Gebäude im Bedarfsfall schnell abgebaut und wieder aufgebaut werden können.
Der Höhepunkt der Führung war die neue Isarphilhar-monie mit ihrer besonderen Atmosphäre und dem exzellenten Klang. Die Isarphilharmonie ist seit Herbst 2021 die Interimsspielstätte der Münchner Philharmoniker und des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, während der „alte“ Gasteig saniert wird.
Der neue Konzertsaal fasst 1.950 Sitzplätze und besteht aus Vollholz-Elementen, die in eine Stahlkonstruktion eingepasst sind. Die Akustik ist hervorragend – das liegt vor allem am Akustikbüro Nagato unter der Leitung von Yasuhisa Toyota. Er hat auch die Akustik in der Elbphilharmonie geplant. In München sind sogar die Sitze schallisoliert, wenn sie hochgeklappt sind – für den Fall, dass ein Konzert tatsächlich mal nicht ausverkauft sein sollte. Um die Technik verstecken, ist alles schwarz gestrichen, nur die Bühne ist hell, damit der Blick sofort darauf gerichtet wird.

Wir mussten ein wenig warten, bis die Münchner Philharmoniker mit der Generalprobe für den Abend fertig waren. Doch dann hatten wir den ganzen Konzertsaal für uns und konnten ganz exklusiv die Akustik selber testen. Als „DFK-Chor“ haben wir das gleich live ausprobiert und ein Geburtstagsständchen für eine Teilnehmerin gesungen.
Als weitere exklusive Zugabe haben wir die Konzert-Nebenräume besichtigt – diese Räume kann man übrigens auch preiswert für eine (Geburtstags-) Feier oder Firmen-Events mieten.
Fazit: Der neue Standort des Gasteig HP8 bietet eine beeindruckende Symbiose aus Alt und Neu in einer bunt gemischten Nachbarschaft. Die Münchner lieben ihre neue Isarphilharmonie. Es gibt bereits Stimmen, die sagen: „Da schaun mer mal, ob dort tatsächlich nur eine Interimsunterbringung bleibt“.
Edeltraud