Besuch beim Bundesverwaltungs Gericht in Leipzig

DFK-Mitglieder und Gäste erlebten am 16. April 2025 eine eindrucksvolle Führung durch das Bundes­verwaltungsgericht in Leipzig.

Das Bundesverwaltungsgericht befindet sich seit 2002 im Gebäude des ehemaligen Reichsgerichts in Leipzig. Das Reichsgericht war von 1879 bis 1945 das höchste Gericht des Deutschen Reichs für Zivil- und Strafsa­chen. Der Reichstag und der Bundesrat legten fest, das Reichsgericht in Leipzig anzusiedeln. Hierbei entschie­den letztlich zwei Stimmen mehr für Leipzig statt Berlin.

Die Architekten Ludwig Hoffmann und Peter Dybwad gewannen den Wettbewerb für den Bau des Reichsge­richtsgebäudes. Die Bauzeit dauerte von 1888 bis 1895. Nach sieben Jahren wurde dann das Reichsgerichtsge­bäude durch Kaiser Wilhelm II. am 26. Oktober 1895 fei­erlich im Beisein des sächsischen Königs eröffnet.

Die Architektur des Gebäudes ist im Stil der italieni­schen Hochrenaissance gehalten. Sie bringt die Bedeu­tung der Justiz als „Dritte Gewalt“ im Staat zum Aus­druck, mit viel Justizsymbolik, wie etwa der Figur der Wahrheit auf der Kuppel, über verschiedene Deckenre­liefs bis hin zu den Skulpturen der Haupttreppe.

Die Kuppelhalle bildet den Mittelpunkt des Gebäudes und beeindruckt durch ihre kunstvollen Deckenreliefs und Szenen aus dem Justizverfahren, wie etwa die Ver­urteilung oder die Begnadigung.

Im Südflügel des Gebäudes liegt ein Festsaal, der dem Reichsgerichtspräsidenten für repräsentative Aufga­ben diente und ein weiteres Highlight der Architektur­kunst darstellt.

Nach einer Restaurierungszeit von 1998 bis 2002 zog das Bundesverwaltungsgericht in das Gebäude ein. Insgesamt sieben große Sitzungssäle stehen zur Ver­fügung. Das Bundesverwaltungsgericht verfügt derzeit über elf Senate und zwei Wehrdienstsenate, besetzt mit aktuell 59 Bundesrichtern, die von den jeweiligen Bun­desländern abgeordnet sind. Das Bundesverwaltungs­gericht ist die oberste Instanz im Verwaltungsgerichts­verfahren.

Insgesamt zeigten sich die Teilnehmenden von der informativen Führung, dem Gebäude und den vielen Anekdoten zur Geschichte und zu den Verfahren sehr beeindruckt. Eine wirklich wissens- und sehenswerte Veranstaltung!

Diana Nier

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