Museumstage

Buchheim-Museum, © Rudolf Schmatz

Im vergangenen Jahr haben wir zunächst das direkt am Ufer des Starnberger Sees gelegene Buchheim Museum besucht. In einmaliger landschaftlicher Umgebung bietet dieses Museum neben der Dauer­ausstellung immer wieder Sonderausstellungen an.

Unser Hauptaugenmerk galt den Werken aus fünf Jahrzehnten von Max Pechstein mit dem Motto „Vi­sion und Werk“. In dieser Ausstellung, die auf der zweiten Station einer „Welttournee“ hier am Starnber­ger See gezeigt wird, ist das vielseitige Schaffen zu bewundern. Die Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und vieles mehr zeugen von Pechsteins enormer Schaf­fenskraft. Faszinierend unter anderem die Bilder von seinem Aufenthalt in der Südsee.

Weitere Museumsveranstaltungen konnten wie jedes Jahr im November und Dezember in der Hypo-Kunst-halle und im Museum Brandhorst, beide in München, angeboten werden. Aufgrund des hohen Interesses wa­ren beide Veranstaltungen innerhalb eines Tages nach Veröffentlichung ausgebucht. Kurzfristig konnten wir mit unserer Museums-Expertin für beide Museen noch jeweils eine zusätzliche Führung vereinbaren.

Das Museum Brandhorst zeigte für die Ausstellung „Short story long“ Werke aus seinem umfangreichen Bestand. Dank der finanziellen Möglichkeiten des Ehepaars Brandhorst verfügt das Museum über eine enorme Zahl unterschiedlicher Werke. Die Teilnehmer durften gespannt sein, welche Künstler in dieser Aus­stellung vertreten sein werden.

Informationen zu Max Pechstein, © Rudolf Schmatz

Gezeigt werden Werke von Künstlern aus Europa und den USA, entstanden ab den 1960er-Jahren bis heute. Ein Motto für die Ausstellung war: Welche Auswirkun­gen hatte das Wirtschaftswunder auf den Umgang von Künstler:innen mit Materialien? Teilweise sollen Bilder und Werke provozieren. Beispielsweise stellt ein Bild eine Rose ohne Dornen dar, ist aber vollständig aus ver­brannten Kohlestücken erstellt, und der Bilderrahmen ist komplett mit Rasierklingen bestückt.

Ganz andere Werke schuf ab 2005 Jacqueline Hum-phries aus den USA. Im Dunkeln hat sie mit fluoreszie­renden Farben Bilder gemalt. Aufgrund der fluoreszie­renden Pigmente leuchten die Bilder beim Betreten des dunklen Raums.

In der Hypo-Kunsthalle ist die bisher größte Einzelaus­stellung des mexikanisch-französischen Künstlers Maurice Chevalier mit circa 120 Exponaten zu bewun­dern. Das Motto „Digital by Nature“ begeistert durch die digitale Darstellung. Schon sehr früh in den 1980er-Jahren hat Chevalier sich mit den ersten Computern vertraut gemacht. Er ist Pionier der digitalen Kunst.

Gleich im ersten großen Raum wird deutlich, welche gewaltigen Exponate der Künstler geschaffen hat. Die Arbeit ist aus dem Jahr 2012. Das „Bild“ an der riesi­gen Wand stellt „The Origen of the world“ dar. Es ändert sich ständig je mehr Menschen in den Raum kommen. Gleichzeitig wird der Sound immer lauter. Ganz wichtig im Raum ist der verspiegelte Boden. Wir konnten fest­stellen, wie je nach Position im Raum durch diesen besonderen Boden immer wieder andere Eindrücke entstehen. Das kann man nicht beschreiben, es muss erlebt werden, ebenso wie viele andere computerge­steuerte „Bilder“.

Zu bewundern sind außerdem Bilder, die mit einem 3D-Drucker erstellt wurden.

Ein besonderes Highlight ist „In Vitro Pixel Flowers“. Besucher haben die Möglichkeit, vor Ort online mit vir­tuellen Blumen zu experimentieren. Diese erblühen anschließend in einem digitalen Gewächshaus im be­nachbarten Ausstellungsraum. Eine beeindruckende Ausstellung.

Rudolf Schmatz, RG Süd

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