„Was bewegt … Peter Ledermann?“

Peter Ledermann spricht zu den Teilnehmern

Der DFK – Verband für Fach- und Führungskräfte war gleich zu Beginn des Jahres im persönlichen Gespräch mit Unternehmenslenkern zu „Führung ohne Scheuklappen“. Am 5. Februar 2020 sprach Peter Ledermann, Vorstand der mercateo Gruppe – der Beschaffungsplattform für Geschäftskunden – gemeinsam mit den Teilnehmern in der mercateo-Arena in Leipzig über Themen wie moderne Führung, Ansprüche der neuen Generation von Mitarbeitern und dem Spannungsfeld zwischen Wunsch nach Sicherheit, Wertschätzung und Freiheit gegenüber Effizienz und Gewinnmaximierung. Ledermann ist außerdem bei der Mercateo Services GmbH& Co.KG als Geschäftsführer für die Bereiche Personal und Finanzen zuständig. Er bezeichnet sich selbst bei Mercateo als Verantwortlicher für „Personal, Kultur und Bau“.

Gleich zu Beginn forderte Ledermann die rund 30 Teilnehmer auf, ihre Stimmungslage den anderen Teilnehmern zu verraten. Dazu nutzte er eine einfache App, die sich jeder in Sekunden über einen QR-Code runterladen und die Fragen individuell beantworten konnte. Sofort war der Bann gebrochen, und alle waren gespannt, was als Nächstes kam. Peter Ledermann selbst ist sehr authentisch und strahlt Ruhe und Souveränität aus. Vielleicht auch ein Grund, dass an dem Abend die mercateo-Mitarbeiter sich den Vortrag ihres Chefs nach Feierabend anhörten – und die ein oder andere These von ihm bestärkten oder sympathische Anekdoten beisteuerten.

Ohne Scheuklappen

Also, was bedeutet nun modern Führen ohne Scheuklappen? Eine These von Peter Ledermann ist: „Führung ist mühsam und anstrengend und jeden Tag neu!“ So fragte er auch die Teilnehmer weiter, was aus ihrer Sicht die größten Führungsherausforderungen sind. Danach stellte er den Unterschied zwischen hierarchischen und selbstorganisierten Organisationen dar und fragte die Zuhörer: Wo steht Ihr Unternehmen zwischen hierarchisch (1) und selbstorganisiert (5)? Das Ergebnis der Regionalgruppe Sachsen/Thüringen und ihren Gästen: 3,1. Also die Mitte.

Wussten Sie, dass der Begriff New Work bereits 1960 von Frithjof Bergmann definiert wurde? Interessant ist, dass sich Ledermann nicht die Frage stellt, wie werden wir agil oder wie viel New Work steckt schon in unserer Arbeit, sondern ganz pragmatisch: Ich habe ca. 580 Mitarbeiter, und in 2020 kommen 100 neue Leute dazu. Wie geht mercateo damit um?

An der Stelle erklärte er uns sein Vier-Quadranten Modell, welches im ständigen Diskurs ist. Es betrachtet das Innen und Außen, einerseits vom Individuum und andererseits,- vom Kollektiv. Warum verhält sich mein Mitarbeiter z.B. destruktiv (Außen)? Weil seine Gefühle, Gedanken und Motivationen (Innen) ihn dazu treiben. Und bei einem Unternehmen sehe ich außen den Organisationaufbau, die Prozesse und Projekte. Aber wenn ich nicht weiß, wie das Unternehmen innen tickt, welche Vision es hat, wie die Werte sind und welches Wir-Gefühl vorherrscht, kann ich nur schwer etwas am Außen verändern, was dazu nicht passt. Damit muss ich mich als Führungskraft auseinandersetzen. Denn die Statistik ist erschreckend: Nur 5 % von dem, was man vermitteln will, kommt auch so bei den Anderen an.

Werte

Spannend war auch, wie Peter Ledermann zu Werten im Unternehmen steht. So hat es mercateo geschafft, dass ca. 100 Leute der Belegschaft die aus ihrer Sicht relevanten Unternehmenswerte beschrieben haben. Entstanden sind zahlreiche Beispiele und ganz eigene Geschichten, die nicht nur die Werte mercateos, sondern deren Unternehmenskultur darstellen. Es lohnt sich, über seine Werte nachzudenken und sich zu fragen: Welche Kultur haben wir und wie kann sie die Struktur unterstützen? Dieser Prozess ist langwierig und sicher nicht einfach, aber er ist notwendig, um aus Mitarbeitern eine Mannschaft zu machen und diese zu begeistern.

Das positive Feedback, was die Teilnehmer am Ende des Impulses in einer Kurzumfrage an Peter Ledermann zurückgaben, war dann auch selbsterklärend. Die Teilnehmer gaben u.a. an, viele neue Erkenntnisse, Motivation und Mut für Veränderungen erlangt zu haben. Im Nachgang des Vortrags bestand außerdem Gelegenheit zur Diskussion und zum weiteren Austausch sowie Netzwerken. Ein rundum wirklich gelungener Abend!

Anne-Karoline Scholz

Bildquelle: © Anne –Karoline Scholz

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